Die Schutzhütte

dscf0022Die Teufelsbrücke in Richtung „Hohe Eiche“ überschreitend, erreicht man nach wenigen Minuten oberhalb der senkrechten Wände des 3. Steinbruchs den Rundbau der Nordecker Schutzhütte. Der beliebte Rastplatz auf dem Allendorfer Rundweg wird sehr gerne angelaufen, da der Wanderer von hier aus einen beeindruckenden Ausblick in die Landschaft der Rabenau und in das Lumdatal genießt.
Wann die erste Schutzhütte auf der „Hohen Eiche“ errichtet wurde, ist nicht bekannt. Zur Zeit der Vereinsgründung, so wird erzählt, soll es bereits einen einfachen Unterstand für Wanderer oder Waldarbeiter auf der „Hohen Eiche „gegeben haben.
Der Bau der Schutzhütte in ihrer heutigen Form lässt sich wohl auf die Initiative und Tatkraft des damalige Försters und 1.Vereinsvorsitzenden Wilhelm Steitz zurückführen und erfolgte im Jahre 1929.
Wie Helma Arnold in ihrem Heimatbüchlein „Leben in Nordeck – Vergangenheit und Gegenwart“ berichtet, befand sich am Hütteneingang ein Brett mit folgendem Spruch: „Schutz biete ich euch, Armen wie Reichen, schützt ihr mich nur vor Bubenstreichen! „schutzhuette-hohe-eiche-kopie
Wie man sieht, war man offensichtlich auch in damaliger Zeit vor jugendlichem Übermut und Vanda- lismus nicht sicher. Heute fehlt dieses Schild an der Schutzhütte; – weil man hofft, dass solche Hinweise nicht mehr nötig sind?
Die Schutzhütte wurde im Jahre 1929 wohl fertig gestellt, doch erfolgte aus uns unbekannten Gründen die öffentliche Einweihung erst zwei Jahre später mit einem Waldfest.
Die „Oberhessische Presse“ berichtet darüber am 10.Juni 1931:
„Trotzdem die Aussichten für gutes Wetter am Sonntag (7.6.) morgens noch recht schlecht waren, hatte sich um 7 Uhr früh zur Wanderung nach dem schönen Nordeck an der Abmarschstelle eine stattliche Zahl von Teilnehmern (85) eingefunden. Sie hatten es nicht zu bereuen, denn je länger man wanderte, desto besser wurde das Wetter, bis man endlich bei hellstem Sonnenschein den Einzug in das burggekrönte Nordeck halten konnte … Der rührige Vorsitzer des Zweigvereins Nordeck, Förster Steitz, dscf0021begrüßte die Versammelten durch eine warmherzige Ansprache. Bald entwickelte sich ein fröhliches Trei- ben dort droben auf dem Berge . Der Gesangverein Teutonia bot eine ganze Anzahl vorzüglich vorgetragener Lieder …“

Die schöne Lage der Schutzhütte unter dem Blätterdach der alten Buchen und die wunderbare Aussicht ins Lumdatal verbreitete sich rasch. In einem
Bericht zum 90jährigen Bestehen des Zweigvereins berichtet der damalige Kulturwart E. Kaus : „Dieser Platz wurde nun alljährlich zum Treffpunkt der Marburger Studentenschaft“

Auch wenn diese Tradition inzwischen durch andere Formen des studentischen Lebens abgelöst wurde, ist die Schutzhütte ein sehr beliebtes Ziel im Oberwald für Wanderer, Jogger und Mountain-Biker.

Bemerkenswert ist, dass heute noch die Schutzhütte im Wesentlichen aus den Bauteilen besteht, die 1929 verbaut wurden. Nur das Runddach und dessen Abdeckung mussten im Laufe der Jahre ausgebessert bzw. erneuert werden.(ss)